Ausstellung „3. Welt im 2. Weltkrieg“ in Südafrika 16. März 2017 – Posted in: Aktuelles, Eine Welt, Projekte

Südafrikanische Kriegsgefangene in der Sahara (Foto: Bundesarchiv Koblenz)

Ausstellung „3. Welt im 2. Weltkrieg“ tourt durch Südafrika

Millionen Soldaten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Südamerika haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt von Nazi-Terror und Faschismus zu befreien. Alle kriegführenden Mächte rekrutierten Hilfstruppen und Hilfsarbeiter aus kolonialisierten Ländern – oftmals mit Gewalt. Zudem wurden weite Teile der „Dritten Welt“ zu Schlachtfeldern, die nach Kriegsende verwüstet und vermint zurückblieben. Doch so gravierend die Folgen des Zweiten Weltkriegs in der Dritten Welt auch waren, in der Geschichtsschreibung kamen sie lange Zeit nicht vor.

Ende der 90er-Jahre widmeten sich der Kölner Verein Recherche International und das (damalige) Rheinische JournalistInnenbüro der Thematik. Unterstützt durch unsere Stiftung veröffentlichten sie 2005 – nach Recherchen in 30 Ländern – das erste deutschsprachige Buch zum Thema: „Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“. Eine gut lesbare und mit vielen Fotos illustrierte Publikation, die inzwischen zum Standardwerk wurde und in mehreren Auflagen erschien. Das Buch wurde durch Unterrichtsmaterialien ergänzt.

2009 entstand dann die Ausstellung „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“, die inzwischen durch mehr als 60 Orte in Deutschland und der Schweiz tourte. Jetzt ist die Ausstellung in einer englischen Version in Südafrika zu sehen. Die Vernissage fand am 28. Februar in Kapstadt, im Castle of Good Hope, statt. Dort wird sie bis Juni zu sehen sein, ab Juli 2017 in Pretoria und ab Anfang 2018 in Johannesburg. Zu verdanken ist dies insbesondere Denis Goldberg, Anti-Apartheids-Kämpfer und Wegbegleiter von Nelson Mandela (s. a. unser Buch zu Denis Goldberg). „Wir präsentieren mit der Ausstellung ein Beispiel für entkolonialisierte Geschichtsschreibung“, so Goldberg bei der Vernissage. Gerade für ein Land wie Südafrika, das erst vor zwei Jahrzehnten das rassistische Kolonialregime der Apartheid habe abschütteln können, sei es notwendig, sich bewusst zu werden, was Afrikaner und Afrikanerinnen zur globalen Geschichte der Menschheit beigetragen hätten. Für die Initiatoren von Recherche International erklärte der aus Köln angereiste Kurator Karl Rössel, dass es eine große Auszeichnung und die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches sei, die Ausstellung endlich auch in einem der Länder vorstellen zu können, in denen die Recherchen für das Projekt vor mehr als 20 Jahren begannen.

Unsere Stiftung hat das Buch, die Unterrichtsmaterialien und die Ausstellung „Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“ mit rund 265.000 Euro gefördert, die Ausstellung in Südafrika wurde u. a. von der Staatskanzlei NRW unterstützt.

Weitere Informationen zur Ausstellung in Südafrika und zum Projekt allgemein.

Bestellung des Buches (Schriftenreihe 1492) bei der Bundeszentrale für politische Bildung: www.bpb.de