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Mittwoch, den 12. September 2012 um 10:00 Uhr

Umweltzerstörung erhöht das Katastrophenrisiko weltweit

WeltRisikoBericht 2012 in Bonn vorgestellt

Bonn, 12. September 2012 – Zerstörte Umwelt trägt wesentlich zur Erhöhung des Katastrophenrisikos bei. Das zeigt der WeltRisikoBericht 2012, den das Bündnis Entwicklung Hilft heute in Bonn vorgestellt hat. Die Bilanz für die Dekade 2002 bis 2011 ist alarmierend: 4.130 Katastrophen, mehr als eine Million Tote und ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 1,195 Billionen US-Dollar.

Der Bericht enthält den WeltRisikoIndex, den das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS), Bonn in Kooperation mit dem Bündnis erarbeitet hat. Der Index berechnet für 173 Länder weltweit das Risiko, Opfer einer Katastrophe als Folge eines Naturereignisses zu werden. Mit einem Wert von 36,31 Prozent ist demnach das Risiko für eine Katastrophe im pazifischen Inselstaat Vanuatu am größten. Malta und Katar haben mit einem Prozentsatz von 0,61 bzw. 0,10 Prozent das geringste Risiko weltweit. Deutschland liegt mit 3,27 Prozent auf Rang 146 und damit in der niedrigsten der fünf Risiko-Klassen.

„Der aktuelle WeltRisikoBericht führt uns plastisch vor Augen, dass Umweltzerstörungen im globalen Maßstab zunehmend auch zu einer direkten Gefahr für die Menschen werden. Denn wo Hänge entwaldet sind, wo schützende Riffe, Mangroven und Feuchtgebiete degeneriert oder sogar komplett verschwunden sind, treffen Naturgewalten mit ungleich größerer Wucht auf die bewohnten Gebiete“, erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft.

„Riffe und Mangroven bilden einen natürlichen Küstenschutz mit einer Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz, die ‚graue Lösungen‘ wie Meereswälle und Wellenbrecher aus Beton niemals erreichen können“, betont Michael W. Beck, Meeresbiologe bei der Umweltschutzorgani-sation The Nature Concervancy (TNC). TNC ist beim WeltRisikoBericht 2012 als Kooperationspartner für das Schwerpunktkapitel „Umweltzerstörung und Katastrophen“ beteiligt.

„Der wechselseitige Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und Katastrophenrisiko wurde von der Politik bislang zu wenig beachtet. Katastrophenprävention unter Einbeziehung ‚grüner Lösungen‘ sollte zu einem elementaren Bestandteil der internationalen Entwicklungsverhandlungen werden. Denn Katastrophenschutz muss ein Recht für alle Menschen sein“, fordert Bündnis-Geschäftsführer Mucke. 

„Globale Hotspots des Katastrophenrisikos haben wir in Ozeanien, in Südostasien, im südlichen Sahel und insbesondere in Mittelamerika und der Karibik aufgezeigt. Dort trifft eine sehr hohe Gefährdung gegenüber Naturgefahren und Klimawandel auf sehr verwundbare Gesellschaften“, erklärt PD Dr. Jörn Birkmann, der wissenschaftliche Leiter des WeltRisikoIndex-Projektes an der UN-Universität in Bonn. „Ein solcher Risiko-Hotspot ist zum Beispiel Haiti. In Neuseeland und Haiti ereigneten sich kurz aufeinanderfolgend Erdbeben in vergleichbarer Intensität. Während Neuseeland 187 Todesopfer zu beklagen hatte, kostete das Erdbeben in Haiti über 220.000 Menschenleben.“

Das im Index berechnete Katastrophenrisiko wird bestimmt durch das Ausmaß, in dem Gesellschaften Naturgefahren wie Dürren, Stürmen oder Erdbeben ausgesetzt sind und durch den Grad ihrer Verwundbarkeit. Letztere hängt von gesellschaftlichen Faktoren ab – wie der jeweiligen Ernährungssituation, der öffentlichen Infrastruktur, der medizinischen Versorgung, der Regierungsführung, dem Bildungsniveau und dem Zustand der Umwelt.

„Der WeltRisikoBericht verweist uns auf die entscheidende Rolle verantwortlichen staatlichen Handelns bei der Katastrophenprävention und -bewältigung. Er macht die Wechselwirkungen zwischen Natur und Gesellschaft deutlich, die auch einen Schwerpunkt in der Arbeit unserer Stiftung darstellen“, so Eberhard Neugebohrn, Geschäftsführer der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen. Die Stiftung hat die Erstellung des WeltRisikoBericht 2012 mit 25.000 Euro gefördert.

Hinweise an Redaktionen:

Für Rückfragen:
Bündnis Entwicklung Hilft – Pressestelle
Tel. 030 / 278 77 393
presse(at)entwicklung-hilft(dot)de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


   

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Donnerstag, den 25. März 2010 um 12:01 Uhr

Lebensweltmeister aus NRW sind Afrika-Experten

Düsseldorf, den 26. März 2010. – Die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 macht Schülerinnen und Schüler aus rund 30 nordrhein-westfälischen Schulen zu Experten für die Lebenswelten Jugendlicher in Afrika. Anfang des Jahres 2010 starteten sie als Repräsentanten eines afrikanischen Landes in die EineLebensweltmeisterschaft 2010. Ihre Aufgaben: Ein Fußballturnier spielen und ein Plakat für „ihr“ Land erstellen. Die Vorrunde ist abgeschlossen, 84 Fußball-Spiele gespielt, 481 Tore geschossen, 28 Plakate gestaltet. Kleine Kunstwerke sind darunter. 16 Mannschaften haben sich für die Zwischenrunde im April qualifiziert. Das Vorrundenabschlussfest findet am letzten Schultag vor den Osterferien im Düsseldorfer Landtag statt.
Neugierig, engagiert und kreativ haben sich die Schülerinnen und Schüler von der siebten bis neunten Klasse die Lebenswelten der Jugendlichen in Afrika genähert. Sie befragten Menschen, die aus den afrikanischen Nationen stammen und am Schulstandort leben, nach der Situation in diesem Land. Sie schrieben Botschaften und Konsulate an, um Informationen zu erhalten. Sie nahmen Kontakt mit deutschen Hilfsorganisationen auf. Sie erfuhren, ob Jugendliche zur Schule gehen können, ob sie eine regelmäßige Wasserversorgung haben, ob Fußball zum Sportunterricht oder in die Freizeit gehört, ob die Jugendlichen barfuß mit einem selbst gebastelten Ball kicken. Sie zählten Fußballstadien und Fußballvereine in den afrikanischen Ländern. Sie lernten, dass Kindersoldaten und Kriegsflüchtlinge im Tschad Fußball brauchen, um ihr Schicksal leichter zu tragen. Sie erfuhren, dass Fußballspielen auch verboten sein kann und bestraft wird (Somalia).Sie kochten afrikanische Reisgerichte für ihre Mitschüler, sangen und trommelten Nationalhymnen, hielten ihre Erfahrungen in einem Projekttagebuch und auf Plakaten fest, organisierten Benefizveranstaltungen.

Anerkennung für Engagement: Schüler feiern im Landtag

So viel Engagement braucht Anerkennung, davon war der Vorstand der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen überzeugt. Und lud die Schülerinnen und Schüler zusammen mit dem Eine Welt Netz NRW zum Vorrunden-Abschlussfest in den Düsseldorfer Landtag ein. Sie erleben eine Feierstunde im Landtagsplenum, nehmen an einem Länderquiz teil und lernen die Arbeit von Landtags-Abgeordneten kennen. Das Landtagsfoyer wird am Nachmittag zur Trainingshalle für Kondition und Rhythmusgefühl und Schauplatz eines nordrhein-westfälischen Tischkicker-Turniers. Inka Grings berichtet den Jugendlichen aus ihrer Lebenswelt als Nationalspielerin. Bernard Dietz, ehemaliger Nationalspieler und Trainer, heute Leiter einer Fußballschule, gibt den Jugendlichen Konditionstipps.

Die Plakatausstellung im Landtag eröffnet Staatssekretärin Dr. Marion Gierden-Jülich (Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen). Botschaftsmitglieder aus Nigeria und Mali sowie der Honorarkonsul der Seychellen besuchen die Schulteams, die sie im Wettbewerb vertreten haben. Ein letzter Schultag, der Schülerinnen und Schüler in Bewegung versetzt. Eine Klasse aus Hagen will an diesem Tag sogar arbeiten und feiern: Sie schreibt in den ersten beiden Stunden eine Klassenarbeit und reist anschließend zur Party in den Landtag.
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Die Pressemitteilung im pdf-Format finden Sie hier.

Die Fotogalerie zur Veranstaltung mit Download-Funktion finden Sie hier.

 

   

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