Presse
Mittwoch, den 15. Juni 2011 um 10:14 Uhr
PRESSEMITTEILUNG
Bonn, 15 Juni 2011
WeltRisikoBericht 2011: Naturgefahren und Klimawandel als Risiko für Gesellschaften weltweit
Wie hoch ist das Risiko der Gesellschaften weltweit, Opfer von Naturgefahren und Klimawandel zu werden? Der WeltRisikoBericht 2011 beantwortet diese Frage neu. Das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Bonn hat im Auftrag des Bündnis Entwicklung Hilft einen Risikowert für 173 Staaten weltweit berechnet. Mit einem Wert von 32,00 Prozent ist demnach das Risiko für eine Katastrophe im pazifischen Inselstaat Vanuatu am größten. Malta und Katar haben mit einem Prozentsatz von 0,72 bzw. 0,02 Prozent das geringste Risiko weltweit (Deutschland 2,96 Prozent, Rang 150).
Der Bericht wurde heute vom Bündnis Entwicklung Hilft in Bonn herausgegeben.
„Extreme Naturereignisse müssen nicht unbedingt zu Katastrophen werden, denn Risiko hängt nicht allein von der Gefährdung ab, sondern wird ganz wesentlich durch soziale und wirtschaftliche Faktoren bestimmt“, erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft, heute bei der Vorstellung des WeltRisikoBericht in Bonn: „Der WeltRisikoBericht zeigt die Notwendigkeit, den Fokus zukünftig stärker als bisher auf Katastrophenprävention zu legen. Die umfassenden Analysen erlauben, Gefahren besser erkennen, Bedarfe genauer ermitteln und in den betroffenen Ländern ebenso wie in Geberländern politische Forderungen aufstellen zu können.“ Dr. Jakob Rhyner, Direktor am Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Bonn (UNU-EHS), sagt: „Ich freue mich, dass die Expertise aus unserem Haus für die Praxis in der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit so wichtige Ergebnisse hervorgebracht hat. Dies entspricht in voll und ganz dem Anspruch der Universität der Vereinten Nationen, Forschung für die Praxis zu betreiben.“
Der wissenschaftliche Leiter des WeltRisikoIndex-Projektes am Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der UNU, PD Dr. Jörn Birkmann, fügt hinzu: „Eine globale Gesamtschau auf einer Weltkarte zeigt auf Anhieb, wo die Wahrscheinlichkeit einer Naturgefahr besonders hoch ist. Zudem wird verdeutlicht, in welchen Ländern der Erde besondere Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Folgen auftreten können. Dies ist ein innovativer Ansatz.“
Der WeltRisikoBericht zeigt, dass sich Katastrophenrisiko immer aus zwei Komponenten zusammensetzt: der Exposition bzw. Gefährdung gegenüber Naturgefahren und Klimawandel auf der einen Seite und der gesellschaftlichen Vulnerabilität auf der anderen Seite. Damit macht er deutlich, dass Katastrophen nicht alleine auf meteorologische oder geologische Phänomene zurückzuführen sind, sondern ebenso durch soziale Strukturen und Prozesse (wie der Grad der Bildung, das Ausmaß von Armut, die Ernährungssituation, Funktionsweise staatlicher Institutionen) innerhalb einer Gesellschaft bedingt werden. So sind zum Beispiel die Niederlande und Ungarn einer relativ hohen Gefährdung ausgesetzt, doch auf Grund ihrer sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Situation stehen sie in der Liste des WeltRisikoIndex vergleichsweise besser dar. Auch die Erbeben von Haiti und Japan belegen diesen Zusammenhang eindrücklich. Während in Japan etwa 25.000 Tote zu beklagen waren bei einer Erbebenstärke von 9,0, fielen in Haiti 220.000 Menschen einem wesentlich schwächeren Erbeben der Stärke 7,0 zum Opfer. Dass Japan eine viel geringere Zahl an Toten hatte, lag an der höheren Bewältigungs-und Anpassungskapazität, die sich beispielsweise im Baurecht niederschlägt.
Das Konzept des WeltRisikoIndex, das ein zentrales Element des WeltRisikoBericht ist, wurde vom Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit an der Universität der Vereinten Nationen, Bonn, in Kooperation mit dem Bündnis Entwicklung Hilft und Partnern des Bündnisses erarbeitet.
Herausgeber ist das Bündnis Entwicklung Hilft.
Hintergrund:
Das Bündnis Entwicklung Hilft ist ein Zusammenschluss von Brot für die Welt, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe zur gemeinsamen Arbeit bei Katastrophensituationen und in Krisengebieten.
Die Universität der Vereinten Nationen (UNU) ist der akademische Arm der UN. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen nachhaltige Lösungen für die Menschheitsprobleme. In Bonn unterhält UNU seit 2003 das Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS).
Die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen unterstützt bürgerschaftliches Engagement. Sie fördert Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Umwelt und Entwicklung. Im Zentrum ihrer Fördertätigkeit stehen Umweltbildung, entwicklungspolitische Bildung und interkulturelles Lernen.
Weitere Informationen:
Den WeltRisikoBericht 2011 als PDF, das Fact Sheet, druckfähige Abbildungen und Karten zum Download finden Sie unter www.WeltRisikoBericht.de
Die Publikation erscheint in Kürze auch in englischer Sprache.
Pressekontakte
UN Universität, Bonn: Dr. Alice Fišer, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; Telefon 0170 2021266
Bündnis Entwicklung Hilft, Berlin, Lars Jeschonnek, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Telefon 0151 15298802
Donnerstag, den 25. März 2010 um 12:01 Uhr
Lebensweltmeister aus NRW sind Afrika-Experten
Düsseldorf, den 26. März 2010. – Die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 macht Schülerinnen und Schüler aus rund 30 nordrhein-westfälischen Schulen zu Experten für die Lebenswelten Jugendlicher in Afrika. Anfang des Jahres 2010 starteten sie als Repräsentanten eines afrikanischen Landes in die EineLebensweltmeisterschaft 2010. Ihre Aufgaben: Ein Fußballturnier spielen und ein Plakat für „ihr“ Land erstellen. Die Vorrunde ist abgeschlossen, 84 Fußball-Spiele gespielt, 481 Tore geschossen, 28 Plakate gestaltet. Kleine Kunstwerke sind darunter. 16 Mannschaften haben sich für die Zwischenrunde im April qualifiziert. Das Vorrundenabschlussfest findet am letzten Schultag vor den Osterferien im Düsseldorfer Landtag statt.
Neugierig, engagiert und kreativ haben sich die Schülerinnen und Schüler von der siebten bis neunten Klasse die Lebenswelten der Jugendlichen in Afrika genähert. Sie befragten Menschen, die aus den afrikanischen Nationen stammen und am Schulstandort leben, nach der Situation in diesem Land. Sie schrieben Botschaften und Konsulate an, um Informationen zu erhalten. Sie nahmen Kontakt mit deutschen Hilfsorganisationen auf. Sie erfuhren, ob Jugendliche zur Schule gehen können, ob sie eine regelmäßige Wasserversorgung haben, ob Fußball zum Sportunterricht oder in die Freizeit gehört, ob die Jugendlichen barfuß mit einem selbst gebastelten Ball kicken. Sie zählten Fußballstadien und Fußballvereine in den afrikanischen Ländern. Sie lernten, dass Kindersoldaten und Kriegsflüchtlinge im Tschad Fußball brauchen, um ihr Schicksal leichter zu tragen. Sie erfuhren, dass Fußballspielen auch verboten sein kann und bestraft wird (Somalia).Sie kochten afrikanische Reisgerichte für ihre Mitschüler, sangen und trommelten Nationalhymnen, hielten ihre Erfahrungen in einem Projekttagebuch und auf Plakaten fest, organisierten Benefizveranstaltungen.
Anerkennung für Engagement: Schüler feiern im Landtag
So viel Engagement braucht Anerkennung, davon war der Vorstand der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen überzeugt. Und lud die Schülerinnen und Schüler zusammen mit dem Eine Welt Netz NRW zum Vorrunden-Abschlussfest in den Düsseldorfer Landtag ein. Sie erleben eine Feierstunde im Landtagsplenum, nehmen an einem Länderquiz teil und lernen die Arbeit von Landtags-Abgeordneten kennen. Das Landtagsfoyer wird am Nachmittag zur Trainingshalle für Kondition und Rhythmusgefühl und Schauplatz eines nordrhein-westfälischen Tischkicker-Turniers. Inka Grings berichtet den Jugendlichen aus ihrer Lebenswelt als Nationalspielerin. Bernard Dietz, ehemaliger Nationalspieler und Trainer, heute Leiter einer Fußballschule, gibt den Jugendlichen Konditionstipps.
Die Plakatausstellung im Landtag eröffnet Staatssekretärin Dr. Marion Gierden-Jülich (Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen). Botschaftsmitglieder aus Nigeria und Mali sowie der Honorarkonsul der Seychellen besuchen die Schulteams, die sie im Wettbewerb vertreten haben. Ein letzter Schultag, der Schülerinnen und Schüler in Bewegung versetzt. Eine Klasse aus Hagen will an diesem Tag sogar arbeiten und feiern: Sie schreibt in den ersten beiden Stunden eine Klassenarbeit und reist anschließend zur Party in den Landtag.
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Die Pressemitteilung im pdf-Format finden Sie hier.
Die Fotogalerie zur Veranstaltung mit Download-Funktion finden Sie hier.
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