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Krisenbilanz 2009
Konsequenzen der Weltwirtschaftskrise für Armutsbekämpfung und Millenniumsentwicklungsziele
Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Entwicklungs- und Schwellenländer mit voller Wucht erfasst. Während in Deutschland manche Banken schon wieder Gewinne schreiben und die Talsohle der wirtschaftlichen Rezession scheinbar überwunden ist, zeichnen sich erst langsam die verheerenden Folgen der Krise für die Länder des Südens ab.
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) fürchtet, dass die Zahl der Arbeitslosen weltweit bis Ende 2010 um bis zu 100 Millionen wachsen wird; Die Zahl der Armen wird in ähnlicher Höhe steigen; die Zahl der Hungernden hat bereits jetzt die Schwelle von einer Milliarde Menschen erreicht; bis 2015 werden laut Weltbank als Folge der Krise bis zu 2,8 Millionen Kinder zusätzlich sterben – wenn die Regierungen nicht entschieden gegensteuern.
Die Chance, die international vereinbarten Entwicklungsziele, einschließlich der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs), wie geplant zu verwirklichen, rückt in immer weitere Ferne. Das gilt insbesondere für die Ziele, den Anteil der Menschen, die hungern und die in „extremer Armut“, d.h. von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag, leben, bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Aber auch die Verwirklichung der MDGs in den Bereichen Grundbildung, Gesundheit und Wasserversorgung ist gefährdet. Die Hauptleidtragenden der Krise sind damit ausgerechnet diejenigen, die sie am wenigsten zu verantworten haben.
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