Politischer Abend der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW würdigt zivilgesellschaftliches Engagement

Fotos: Paul Meixner / SUE
„In turbulenten Zeiten braucht es Hoffnungskompetenz, Kooperationen und mehr Dafür- als Dagegen-Menschen“
Politischer Abend der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW würdigt zivilgesellschaftliches Engagement und setzt Impulse für globale Verantwortung
Bonn, 13.03.2026. Anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums und unter dem Motto „Zukunft im Blick, Erfolge im Gepäck“ hat die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen am Freitag mit rund 200 Gästen das umwelt- und entwicklungspolitische Engagement in NRW gefeiert. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Eine-Welt-Landeskonferenz im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn statt. Neben Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft waren auch viele Wegbegleiter*innen der letzten 25 Jahre anwesend sowie Menschen, die die Gründung der Stiftung im Jahr 2001 ermöglicht haben.
Der Abend bot Raum für persönliche Rückblicke auf ein Vierteljahrhundert Engagement für Nachhaltigkeit und globale Verantwortung und gab frische Denkanstöße für die Zukunft. Mit einer „Allee der Anerkennung“ würdigte die Stiftung das Engagement von Organisationen und bürgerschaftlichen Initiativen aus dem Nachhaltigkeitsbereich und der Eine-Welt-Arbeit. Dort war es Mutter Erde höchstpersönlich, welche die Gäste begrüßte und den Anlass nutze, um einmal Danke zu sagen. Auf der Bühne führte Dr. Eckart von Hirschhausen durch den Abend. Er blickte mit wechselnden Gesprächspartner*innen auf die Anfänge der Stiftung zurück und diskutierte mit ihnen aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven. Das Fazit: Gerade in Zeiten globaler Krisen und zunehmender politischer Spannungen ist ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement wichtiger denn je.
Fotos: Paul Meixner / SUE
Persönliche Rückblicke und frische Impulse für die Zukunft
Der Abend schlug bewusst eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft: Neben persönlichen Einblicken und Erfahrungsberichten aus der Eine-Welt-Arbeit wurden auch neue Perspektiven für den sozial-ökologischen Wandel aufgezeigt.
Zuerst richtete Nathanael Liminski (Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales des Landes Nordrhein-Westfalen) ein Grußwort an die Gäste. Darin würdigte er die Arbeit der Stiftung. 25 Jahre Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen seinen eine echte Erfolgsgeschichte. „Die Idee, bürgerschaftliches Engagement im Bereich Umwelt und Entwicklung zu fördern und diese Themen dadurch miteinander zu verbinden, war von Anfang an visionär. Die Stiftung zeigt damit, dass die Zivilgesellschaft ein Motor für gesellschaftliche Veränderung ist. Die bisher mehr als 2.000 geförderten entwicklungspolitischen und umweltpolitischen Projekte tragen auch zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Nordrhein-Westfalen bei. Die großen Aufgaben unserer Zeit lösen wir nur gemeinsam. Die Stiftung Umwelt und Entwicklung wird dabei auch in Zukunft für unser Land eine wichtige Rolle spielen“, so Minister Liminski.
Über die Anfänge der Stiftung sprachen Bärbel Höhn (ehemalige NRW-Umweltministerin), Beate Wolff (Welthaus Bielefeld) und Karsten Möring (Vorstandsvorsitzender der Stiftung). Als ehemalige Landesumweltministerin war es Bärbel Höhn, die sich 2001 für die Gründung der Stiftung einsetzte. „Mir ging es bei der Gründung der Stiftung um die Stärkung der zivilgesellschaftlichen Aktivitäten, um die Verbindung von umwelt- und entwicklungspolitischen Fragestellungen und um eine nachhaltige Finanzierung, die nicht von Haushaltsberatungen abhängig ist“, so Höhn. „Wenn heute Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit gekürzt werden, trifft das besonders die arme Bevölkerung im globalen Süden. Wir werden unsere Zukunftsprobleme aber nur gemeinsam lösen können. Deshalb sind die Stiftung und die von ihr geförderten Projekte heute wichtiger denn je.“
Fotos: Paul Meixner / SUE
Veränderung braucht Hoffnungskompetenz, Kooperationen und ein Wofür
Christoph Bals (geschäftsführender Vorstand Politik von Germanwatch) warf einen Blick zurück auf die Entwicklung und die Lernprozesse der entwicklungspolitischen Arbeit der vergangenen Jahre. So war es ein Erfolg, Themen und Aufgaben, wie die Umwelt- und Entwicklungspolitik, zusammenzudenken und neue Gruppen und Allianzen aufzubauen. Er rief dazu auf, multilaterale Beziehungen mit Partnern im globalen Süden auf Augenhöhe weiterzuentwickeln. Dazu brauche es auch eine starke europäische Zivilgesellschaft. „Wir brauchen ein Europa, das sich an der Menschwürde für alle orientiert und Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zusammen denkt. Wir arbeiten daran, neue Räume für den Austausch zu schaffen und alte wiederzubeleben. Und wir gehen dabei auf Gesellschaftsgruppen zu, mit denen wir bisher nicht im engen Austausch waren“, so Bals.
Professorin Maren Urner (Neurowissenschaftlerin, Bestseller-Autorin und Professorin für Nachhaltige Transformation) richtete im Anschluss einen positiven Blick nach vorn. Sie zeigte auf, wie Hoffnungskompetenz, Selbstwirksamkeit und ein neues Denken Wege in eine zukunftsfähige Gesellschaft eröffnen. „Hoffnung ist kein passives Gefühl, sondern aktiv und beginnt im Kopf. Nur wenn Menschen aktiv Hoffnung und Selbstwirksamkeit entwickeln und danach handeln, können sie andere motivieren und gesellschaftliche Veränderungen erreichen“, so Urner. Dazu sei es wichtig, in unserem Kopf vom Dagegen-Modus in den Wofür-Modus zu schalten und das eigene Lagerdenken zu überwinden, indem wir miteinander sprechen, den kleinsten gemeinsamen Nenner finden und Kooperationen eingehen. „Die gute Nachricht ist: Perspektiven und individuelle Gewohnheiten sind veränderbar. Wir müssen nur anfangen neue positive Geschichten des Gelingens zu erzählen, statt permanent negative Nachrichten zu konsumieren“, so Urner. Sie erinnerte auch daran, dass es wir Menschen waren, welche die Welt nach Krisen immer wieder zum Positiven verändert haben.
Fotos: Paul Meixner / SUE
Mutig und gemeinsam voran gehen
Mit dem Jubiläumsabend setzte die Stiftung ein Zeichen für die Bedeutung einer engagierten Zivilgesellschaft und unterstrich zugleich ihre Rolle als Förderin von Projekten, die sich für nachhaltige Entwicklung, Bildung und globale Verantwortung einsetzen.
Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen zog am Ende folgendes Fazit: „Gesunde Menschen gibt es nur auf einer gesunden Erde. Als Arzt und Gründer einer eigenen Stiftung ist mir der Wert von sinnvoller Entwicklungszusammenarbeit, planetarer Gesundheit und One Health in den letzten Jahren immer klarer geworden. Deshalb freue ich mich sehr, an diesem Abend so viele engagierte, kompetente und wirksame Menschen und ihre Projekte kennengelernt zu haben. Das gibt einem Mut und Hoffnung in wirren Zeiten.“
Fotos und Videomitschnitt
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