Vortrag: „Decolonize Yourself“

Zandile Darko

Vortrag: „Decolonize Yourself“

Letzter Vortrag aus der Vortragsreihe Dekolonisierung des Denkens am Montag, 21. März 2022, 19 Uhr in Münster

16. März 2022 – Dekolonisierung bedeutet nicht nur Einsicht in abstrakte politische, wirtschaftliche oder kulturelle Abhängigkeiten, sondern sie betrifft ganz konkret auch das eigene Denken und Handeln. „Sich selbst dekolonisieren“ bedeutet, rassistische Strukturen bei sich selbst und anderen zu erkennen, zu benennen und infrage zu stellen. Welche Ideen stecken bis heute in unseren Köpfen? Wie können wir Rassismus und abwertenden Ideologien begegnen, die in der Kolonialgeschichte ihre Wurzeln haben? Ania Faas, Koordinatorin von „Decolonize Yourself“ in Hamburg, und die Performerin Zandile Darko berichten von ihren Erfahrungen aus einem Projekt mit Schüler:innen. Sie geben Anstöße, das eigene Handeln zu reflektieren und diskutieren mit Dr. M. Moustapha Diallo.

Das Projekt „Decolonize Yourself“ in Hamburg ermöglicht Schüler:innen einen Zugang zu Geschichte und Gegenwart des Begriffs „Dekolonisierung“. Es ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) und dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg (gefördert von Projektfonds Kultur & Schule Hamburg) und fand erstmals 2021 parallel zur Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ statt.

 

Weitere Informationen

=> Termin: Montag, 21. März 2022, 19 Uhr

=> Ort: WWU Weiterbildung, Königsstr. 47, 48143 Münster

 

 

Vergangene Veranstaltungen

 

Dekolonisierung des Rechts
Karina Theurer
Moderation: Dr. M. Moustapha Diallo
Dienstag, 7. September 2021, 19 Uhr, online (Zoom)

Karina Theurer ist Rechtswissenschaftlerin und Leiterin des Instituts für juristische Intervention des European Center for Constitutional and Human Rights e.V. In ihrem Vortrag erläutert sie die Verknüpfungen von Internationalem Recht und Kolonisierung. Sie geht den Fragen nach, welche kolonialen Machtstrukturen im Recht enthalten sind und wie sie gegenwärtige Strukturen von Ungleichheit legitimieren. Dabei betrachtet sie auch das deutsch-namibische „Versöhnungsabkommen“ aus dekolonialer Perspektive. Dr. M. Moustapha Diallo führt anschließend ein Gespräch mit der Referentin.

 

Die Macht der Bilder – Die Folgen der negativen Afrika-Darstellung
Dr. M. Moustapha Diallo
Mittwoch, 28. Oktober 2021, 19 Uhr, Franz-Hitze-Haus, Kardinal-von-Galen Ring 50, 48149 Münster.

Kaum ein Kulturraum ist so mit negativen Assoziationen verbunden wie der afrikanische. Armut, Hungersnot, Krankheit, Diktatur, Korruption und Bürgerkrieg sind dominante Bilder, die Afrika bei Europäer:innen hervorruft; hinzukommen Wildnis, Sonne, Trommel, Tanz und Erotik. In seinem Vortrag in der Veranstaltungsreihe „Dekolonisierung des Denkens“ zeichnet Dr. M. Moustapha Diallo die negativen Darstellungen Afrikas von den Anfängen bis zur Gegenwart nach und unterstreicht die Rolle großer Philosophen und Schriftsteller bei der Entstehung dieser Bilder. Vor diesem Hintergrund geht er der Frage nach, wie die koloniale Ideologie und die tradierten Wahrnehmungsmuster die Begegnung zwischen Afrika und Europa beeinträchtigen. Dr. Diallo ist Literaturwissenschaftler und arbeitet über Interkulturalität, afrikanisch-deutsche Beziehungen und Afrika in der deutschen Literatur.

Gedichte auf Luganda – Lesung und Gespräch
Dr. Susan Nalugwa Kiguli liest auf englisch und Luganda
Donnerstag, 4. November 2021, 19 Uhr, online (Zoom)

Die ugandische Literaturwissenschaftlerin und Autorin Dr. Susan Nalugwa Kiguli ist eine wichtige poetische Stimme ihres Landes. Sie verfasst ihre Gedichte nicht nur in der Amtssprache Englisch, sondern auch in ihrer Muttersprache Luganda. Diese Sprache wurde – wie auch andere afrikanische Sprachen – durch die Kolonisation zurückgedrängt und entwertet. Susan Nalugwa Kiguli hat für die Veranstaltung neue Gedichte geschrieben und trägt sie auf Luganda und Englisch vor. Die deutschen Texte liest die Schauspielerin Sarah Giese. Der Germanist Dr. Shaban Mayania spricht mit Susan Kiguli über die Bedeutung der Sprache Luganda als Kommunikationsmittel und als Trägerin der Kultur. Das Gespräch wird ins Deutsche übersetzt.

Die Autorin wurde in Uganda geboren. Sie studierte und promovierte in Großbritannien. Heute lehrt sie Literatur an der Makarere-Universität in Kampala. Sie gehört zum ugandischen Autorinnen-Netzwerk Femrite. Von ihr liegt auf Deutsch die Gedichtsammlung Zuhause treibt die Ferne vor (Verlag Wunderhorn, 2012)

 

„Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte“
Vortrag und Gespäch, Donnerstag 9. Dezember 2021, 19 Uhr, Rüstkammer im Historischen Rathaus, Prinzipalmarkt 10, 48143 Münster

In der fünften Veranstaltung der Reihe „Dekolonisierung des Denkens“ stellt Hermann Schulz sein neues Buch vor. Es erzählt von Therese, einer Frau aus der ehemaligen deutschen Kolonie Togo, der Hermann Schulz in den 1970er Jahren begegnete und ihre unglaubliche Lebensgeschichte kennenlernte. Der Autor liest aus dem Buch und spricht mit dem Literaturwissenschaftler Dr. M. Moustapha Diallo über seine Recherchen, über Kolonialismus, Völkerschauen und Rassismus. Therese wird im Jahr 1900 in Elberfeld geboren, weil ihre Eltern zu einer durchreisenden „Völkerschau“-Truppe gehören. Um der Kleinen die strapaziösen Reisen zu ersparen, wird sie zu Pflegeeltern gegeben. Erst spät erfährt Therese, dass die „Völkerschau“-Gruppe mit ihren Eltern nach Rußland weitergezogen ist. Dort verlieren sich im Ersten Weltkrieg und in den Wirren der Russischen Revolution ihre Spuren.

 

Afrika-Berichterstattung in der „Tagesschau“ von 1952–2018
Vortrag und Gespräch in Münster von Afrikanische Perspektiven mit Dr. Fabian Sickenberger, Freitag, 21. Januar 2022, 19 Uhr

Wie berichtete das deutsche Fernsehen in den vergangenen knapp sieben Jahrzehnten über Afrika? Dieser Frage geht der Kommunikationswissenschaftler und Journalist Fabian Sickenberger in seiner Dissertation nach, die er 2021 abschloss. Er untersuchte die „Tagesschau“-Berichterstattung über die mehr als 50 afrikanischen Länder zwischen 1952 und 2018. Welche Themen wurden behandelt? Sind es nur Kriege, Krisen und Katastrophen? Wie wurde darüber berichtet? Wer waren die Akteure? Welche Bilder wurden verwendet? Welche Länder standen im Fokus? Vor allem: Welches Bild vom vielfältigen Kontinent Afrika erzeugten die Fernsehbilder? Von Afrika und den Menschen herrsche in Deutschland eine homogenisierte Auffassung vor, die durch die Massenmedien begünstigt werde, so die These. Die Vielfalt der Kulturen und Lebensrealitäten werde zu wenig wahrgenommen.
Dr. Fabian Sickenberger stellt die Ergebnisse seiner Arbeit vor und diskutiert mit der Bildungsreferentin und freien Journalistin Tina Adomako über die Darstellung afrikanischer Lebensrealitäten in den Medien. Zudem wird er Ansätze erläutern, mit denen mediale Bilder kritisch bewertet werden können.