„Das Mädchen, dass mit Krokodilen spielte“

Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte

„Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte“

Vortrag und Gespäch, Donnerstag 9. Dezember 2021, 19 Uhr, Rüstkammer im Historischen Rathaus, Prinzipalmarkt 10, 48143 Münster

In seinem Buch „Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte“ erzählt Hermann Schulz die Geschichte von Theres, einer Frau aus der ehemaligen deutschen Kolonie Togo. Sie wird im Jahr 1900 in Elberfeld geboren, weil ihre Eltern zu einer durchreisenden „Völkerschau“-Truppe gehören. Um der Kleinen die strapaziösen Reisen zu ersparen, wird sie zu Pflegeeltern gegeben. Erst spät erfährt Therese, dass die „Völkerschau“-Gruppe mit ihren Eltern nach Rußland weitergezogen ist. Dort verlieren sich im Ersten Weltkrieg und in den Wirren der Russischen Revolution ihre Spuren. In den 1970er Jahren begegnet Schulz der Togolesin und lernt ihre Lebensgeschichte kennen. In der Veranstaltung liest er aus dem Buch und spricht mit Dr. M. Moustapha Diallo über seine Recherchen und über die Beziehungen zwischen Afrika und Europa.

Hermann Schulz wurde in Ostafrika geboren. Er leitete viele Jahre den Peter Hammer Verlag und lebt als Autor von Kinder- und Jugendbüchern in Wuppertal. Er wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit der Ehrendoktorwürde der Universität Wuppertal, mit der auch seine verlegerischen Leistungen für die Verbreitung afrikanischer und lateinamerikanischer Literaturen im deutschsprachigen Raum gewürdigt wurden.
Dr. Diallo ist Literaturwissenschaftler und Publizist. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Interkulturalität, afrikanisch-deutsche Beziehungen und Afrika in der deutschen Literatur. Er ist Herausgeber des Buches Visionäre Afrikas (Peter Hammer Verlag, 2014, KADDU Verlag, Herbst 2021)

TERMIN:
Donnerstag, 9. Dezember 2021, 19 Uhr, Rüstkammer im Historischen Rathaus, Prinzipalmarkt 10, 48143 Münster

EINTRITT:
8 Euro / Ermäßigt 4 Euro
Für die Veranstaltung gibt es ein Kontingent an Freikarten für Interessierte, die sonst nicht an teilnehmen könnten. Diese Freikarten müssen per Mail vorbestellt werden: tickets@afrikanische-perspektiven.de

Anmeldung erwünscht: tickets@afrikanische-perspektiven.de

Tickets können aber auch auf der Website http://afrikanische-perspektiven.de gekauft werden (Paypal).

Weitere Informationen

=> Afrikanische Perspektiven

=> Förderprojekt E-7024 Perspektiven Afrikas – Dekolonisierung des Denkens

 

Weitere Termine

Afrika- Berichterstattung in der „Tagesschau“ von 1952–2018
Dr. Fabian Sickenberger
Moderation: Joyce Noufélé
Freitag, 21. Januar 2022, 19 Uhr, Volkshochschule

„Pisten“ – Spuren in Namibia
Penda Diouf
Moderation: Dr. M. Moustapha Diallo, Lesen: Gifty Wiafe
Dienstag, 8. Februar 2022, 19 Uhr, Volkshochschule oder Studiobühne

„Decolonize Yourself“
Ania Faas und Zandile Darko
März 2022, Volkshochschule

Weitere Informationen werden bei den Ankündigungen der einzelnen Veranstaltungen gegeben.

 

Vergangene Veranstaltungen

 

Dekolonisierung des Rechts
Karina Theurer
Moderation: Dr. M. Moustapha Diallo
Dienstag, 7. September 2021, 19 Uhr, online (Zoom)

Karina Theurer ist Rechtswissenschaftlerin und Leiterin des Instituts für juristische Intervention des European Center for Constitutional and Human Rights e.V. In ihrem Vortrag erläutert sie die Verknüpfungen von Internationalem Recht und Kolonisierung. Sie geht den Fragen nach, welche kolonialen Machtstrukturen im Recht enthalten sind und wie sie gegenwärtige Strukturen von Ungleichheit legitimieren. Dabei betrachtet sie auch das deutsch-namibische „Versöhnungsabkommen“ aus dekolonialer Perspektive. Dr. M. Moustapha Diallo führt anschließend ein Gespräch mit der Referentin.

 

Die Macht der Bilder – Die Folgen der negativen Afrika-Darstellung
Dr. M. Moustapha Diallo
Mittwoch, 28. Oktober 2021, 19 Uhr, Franz-Hitze-Haus, Kardinal-von-Galen Ring 50, 48149 Münster.

Kaum ein Kulturraum ist so mit negativen Assoziationen verbunden wie der afrikanische. Armut, Hungersnot, Krankheit, Diktatur, Korruption und Bürgerkrieg sind dominante Bilder, die Afrika bei Europäer:innen hervorruft; hinzukommen Wildnis, Sonne, Trommel, Tanz und Erotik. In seinem Vortrag in der Veranstaltungsreihe „Dekolonisierung des Denkens“ zeichnet Dr. M. Moustapha Diallo die negativen Darstellungen Afrikas von den Anfängen bis zur Gegenwart nach und unterstreicht die Rolle großer Philosophen und Schriftsteller bei der Entstehung dieser Bilder. Vor diesem Hintergrund geht er der Frage nach, wie die koloniale Ideologie und die tradierten Wahrnehmungsmuster die Begegnung zwischen Afrika und Europa beeinträchtigen. Dr. Diallo ist Literaturwissenschaftler und arbeitet über Interkulturalität, afrikanisch-deutsche Beziehungen und Afrika in der deutschen Literatur.

Gedichte auf Luganda – Lesung und Gespräch
Dr. Susan Nalugwa Kiguli liest auf englisch und Luganda
Donnerstag, 4. November 2021, 19 Uhr, online (Zoom)

Die ugandische Literaturwissenschaftlerin und Autorin Dr. Susan Nalugwa Kiguli ist eine wichtige poetische Stimme ihres Landes. Sie verfasst ihre Gedichte nicht nur in der Amtssprache Englisch, sondern auch in ihrer Muttersprache Luganda. Diese Sprache wurde – wie auch andere afrikanische Sprachen – durch die Kolonisation zurückgedrängt und entwertet. Susan Nalugwa Kiguli hat für die Veranstaltung neue Gedichte geschrieben und trägt sie auf Luganda und Englisch vor. Die deutschen Texte liest die Schauspielerin Sarah Giese. Der Germanist Dr. Shaban Mayania spricht mit Susan Kiguli über die Bedeutung der Sprache Luganda als Kommunikationsmittel und als Trägerin der Kultur. Das Gespräch wird ins Deutsche übersetzt.

Die Autorin wurde in Uganda geboren. Sie studierte und promovierte in Großbritannien. Heute lehrt sie Literatur an der Makarere-Universität in Kampala. Sie gehört zum ugandischen Autorinnen-Netzwerk Femrite. Von ihr liegt auf Deutsch die Gedichtsammlung Zuhause treibt die Ferne vor (Verlag Wunderhorn, 2012)